Immer mehr Verbraucher hinterfragen ihr persönliches Konsumverhalten und achten beim Einkauf auf Nachhaltigkeitsaspekte. Das gilt nicht nur beim stationären Einkaufen, sondern selbstverständlich auch beim Onlineshopping. Wie aber lässt sich ein Onlineshop nachhaltiger und klimaschonender betreiben und wie können Händler und Unternehmen entsprechende Maßnahmen möglichst effektiv umsetzen?
Büro, Lager und Versand
Allgemein empfiehlt es sich, in möglichst allen Bereichen auf Ökostrom zu setzen und einen entsprechenden Anbieter für die Stromversorgung im gesamten Betrieb zu wählen. Auch sollten möglichst energieeffiziente elektrische Geräte genutzt werden und, sollte es nicht ohnehin schon der Fall sein, die Beleuchtung auf LED gewechselt werden.
Im Lager empfiehlt sich eine Bestandsaufnahme der Lagerprozesse, um Optimierungspotenzial zu erkennen. Eine klar strukturierte, übersichtliche Lagerung und effiziente Wege sparen nicht nur Zeit, sondern auch Energieressourcen und Kosten. Beim Versand gilt es, auf ökologische, möglichst recycelte Verpackungsmaterialien zu setzen, möglichst wenig Füllmaterial zu nutzen, indem passende Kartongrößen für unterschiedliche Produkte zur Verfügung stehen, und Plastik weitestgehend vermieden wird. Nicht zuletzt sollten auch bewusst klimafreundliche Versandoptionen genutzt, und Kunden bestenfalls auch eine Abholung vor Ort ermöglicht werden.
Shopbetrieb: Software und Hosting
Die technische Umsetzung und der Betrieb eines Onlineshops sind elementare Bestandteile eines Onlineshops und in vielen Fällen sehr ressourcenintensiv. Um hier nachhaltiger zu werden, bietet es sich zunächst einmal an, einen „grünen“ Hosting-Anbieter zu wählen, der nachweislich Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung stellt. Um einen Onlineshop komplett klimaneutral zu betreiben, ist es in der Regel aber erforderlich, zusätzlich CO₂-Kompensationen zu entrichten. Dabei werden die entstandenen Emissionen durch Spenden an klimafreundliche Projekte ausgeglichen.
Bei der Gestaltung des Shops können ebenfalls ökologische Aspekte berücksichtigt werden, etwa durch eine möglichst schlichte und wenig datenintensive Programmierung (Green Coding). Dies kann entweder durch eine interne IT-Abteilung oder, abhängig von der Shop-Software, auch über eine Shopware Agentur professionell umsetzen lassen.
Retourenvermeidung
Eine durchdachte Retourenstrategie kann das Aufkommen von Retouren deutlich reduzieren. Zwar lässt sich nie vermeiden, dass manche Kunden ihre Bestellung zurücksenden, allerdings gibt es Möglichkeiten, die Quote zu verringern, wenn man die Gründe von Retouren versteht. Häufig liegt es zum Beispiel an wenig aussagekräftigen Produktbeschreibungen. Je detaillierter und genauer das Produkt beschrieben und für den Käufer sichtbar (hochwertige Produktbilder, 360-Grad-Ansichten, Videos etc.) ist, desto geringer die Gefahr, dass ein Kunde einen Fehlkauf tätigt. Ein simpler Hinweis: „Produkt fällt eine Nummer größer aus.“ kann wahre Wunder bewirken.
Zusätzlich empfehlen sich auch Bewertungen von Kunden, die das Produkt bereits erworben haben, um Shopbesuchern zusätzliche Informationen bzw. Orientierung zu geben. Darüber hinaus kann die Anzahl der Retouren oft auch dadurch reduziert werden, indem stabile Verpackungen genutzt werden, die ein unbeschädigtes Ankommen gewährleisten.
Fazit
Nachhaltigkeit im Onlinehandel ist kein kurzfristiger Trend, sondern wird zukünftig immer wichtiger für den Erfolg eines Unternehmens bzw. Händlers. Wer in möglichst allen Bereichen konsequent auf Ressourcenschonung und Energieeffizienz setzt, kann die CO₂-Bilanz, den sogenannten ökologischen Fußabdruck, langfristig senken und die Kundenbindung sowie die Außenwirkung verbessern. Sämtliche Maßnahmen sind modular und flexibel und können so von Onlineshops jeder Größe umgesetzt werden.









